

Angefangen hat das Ganze mit einer Email von Attila Szkukalek. Es war ein ellenlanges Mail auf Englisch und zugegebenermassen habe ich es nicht stundenlang studiert :-). Um den gröbsten Inhalt wiederzugeben: Es stand etwas von Dogddance Workshops bei Leuten aus Südafrika, Kanada und Attila und dann war noch die Rede von einem Dogdance Turnier in Dalen wobei immer wieder was von WCFO Membern stand. Ich dachte mir dann, dass das wohl der Verein dort sein wird und hab dann kurzerhand eine Email an die Kontaktperson geschickt und meine Situation dargelegt. Zurück kam eine freundliche Mail worin stand, dass ich für das Turnier und die Workshops angemeldet sei.
Nichtsahnend reiste ich am 2. Oktober dann nach Coevorden, wo ich von einem Mitglied des Vereins abgeholt wurde. Die Workshops und das Turnier fanden im Centerpark Huttenheugte statt. Dort angekommen gings auch gleich los mit den Workshops. Es war sehr spannend, Attila lehrte uns viel über wie man dem Hund ein Turnier schmackhaft macht und was aus verhaltenstechnischer Sicht alles wichtig ist für einen gelungenen Turnierstart. Zudem zeigte er uns sehr interessante Techniken, dem Hund etwas beizubringen, z.B. durch Nachahmung (und es funktioniert tatsächlich!!). Bei Gaby Grohovaz hiess es: Make it look different! Wir lernten also, wie wir einfache Tricks anders machen können, damit sie anders wirken. Bei ihr haben wir auch viel mit dem Clicker gearbeitet. Bei Cassandra Hartman haben wir dann getanzt wie ich wohl noch nie getanzt habe. Sie hat uns richtig gefordert, 90 Minuten lang haben wir neue Bewegungen einstudiert (ohne Hund) und eine Choreo geübt, wir haben gelernt, was wir alles mit den Armen und Beinen machen können und wie wir uns elegant bewegen können zu den verschiedenen Figuren. Es war mit Abstand der "anstrengendste" Workshop von allen :-).
Nach den 2 Tagen war dann am Samstag das Turnier der WCFO. In der Zwischenzeit habe ich auch die Präsidentin von dieser Organisation kennengelernt und festgestellt, dass das nicht einfach nur ein kleiner kynologischer Verein ist, sondern dass das die World Canine Freestyle Organization ist, also eine weltweite Organisation fürs Dogdance. Stundenlang habe ich mit der Präsidentin gesprochen, hab ihr Löcher in den Bauch gefragt und und und. Fakt ist, ich bin jetzt auch Mitglied in dieser Organisation und kaum zu glauben, ich bin die einzige Schweizerin! Anscheinend seien mal ganz wenige Schweizer dabei gewesen, die seien dann aber wieder ausgetreten, die genaueren Umstände kenne ich aber nicht. Jetzt natürlich mein Aufruf an alle in der Schweiz, Deutschland und Österreich: Bitte mailt mir, falls ihr irgendwelche Informationen über die WCFO habt, warum kaum jemand Mitglied ist, wo der Haken ist, ob ihr diese Organisation schon kennt, und und und. Ich frage mich nämlich wirklich, warum man von dieser Organisation bei uns so wenig hört und warum es noch so wenige Mitglieder aus der Schweiz und Umgebung gibt. Alles was ich bisher gehört habe, klang sehr gut und wirklich überzeugend, aber vielleicht weiss jemand etwas anderes darüber zu berichten?
Wie auch immer, ich bin dann am Samstag mit Saybia in der Beginners Klasse gestartet. Es war für sie ihr erster offizieller Auftritt, d.h. wir haben nur 4 Wochen lang Zeit gehabt, die Choreo einzustudieren, zu üben und das Ganze auch noch ohne Futter. Eigentlich unmöglich und man sieht es auch deutlich auf dem Video, dass es noch nicht ausgereift ist :-). Dennoch wollte ich es einmal versuchen, allerdings mit einer Person am Rand, die ein Spielzeug bereithält, falls Saybia komplett die Freude verlieren sollte. Zu meiner Überraschung hat Saybia es doch echt toll gemacht, sie war zwar ein paar Mal abgelenkt und natürlich war ihre Leistung auch nicht 100%, aber fürs erste Mal ohne Futter und mit so wenig Training hat sie es wirklich vorzüglich gemeistert. Zur Belohnung gabs dann auch ein ganzes Hühnerfilet zum Schluss :-). Zu meinem Erstaunen haben wir dann den 2. Rang geholt - und Saybia gleich ein fettes Leckerlie extra :-).
Am Abend wurde dann gefeiert, alle Dogdancer trafen sich zum Abendessen und anschliessend gings dann so richtig los. Wir tanzten zu Macarena und Co. und die Präsidentin von der WCFO flirtete mit dem Live-Sänger was das Zeug hielt :-). Ja und nach ein paar Gläschen Wein waren dann alle auf der Tanzfläche, da wurde sogar Attila von Cassandra zu einem Tänzchen aufgeboten :-). Bilder davon gibts hier.
Am Sonntag war dann die Weltmeisterschaft (die alle mehr oder weniger fit antraten *haha*). Allerdings wusste ich davon erst am Samstag, als ich fragte, was denn eigentlich morgen noch sei *grins*. Leider war die Meisterschaft nicht so toll angekündigt sodass nur wenige Leute aus dem Ausland mit dabei waren. Ich war die einzige Schweizerin, dann kam noch Monika Gehrke aus Deutschland, Hetty van Hassel aus England, ein Junge aus Amerika und sonst ganz viele aus Holland. Ich startete wieder mit Saybia bei den Beginners, diesmal lief es zwar nicht so gut wie am Vortag aber dennoch hat sie es gut gemacht. Das Niveau in allen Klassen war SEHR hoch, vorallem bei der höchsten Klasse war es wirklich atemberaubend. Ein paar Videos habe ich auf Youtube geladen (Links sind unten zu finden), allerdings war leider leider leider meine Speicherkarte voll, sodass ich meistens nur gerade den Anfang filmen konnte... Immerhin, ich hoffe dass ihr so einen kleinen Eindruck gewinnen könnt.
Was mir auffiel war, dass die Holländer (oder die WCFO, weiss nicht von wem aus es kam) sehr grossen Wert auf die Positionen legen (Heelwork), dass sie auch grossen Wert auf die Kostümierung legen und deshalb auch sehr schöne Kleider trugen, niemand kam in Jeans und T-Shirt und dass die Hunde allesamt sehr motiviert waren. Kein einziger Hund ist jemals eingefroren oder aus dem Ring gerannt, es waren vom Beginner bis zum Advanced Hund alle hoch motiviert. Auch bemerkenswert war, dass die Leute sich grösstenteils sehr tänzerisch bewegen, keiner "trampelt" neben dem Hund her, die meisten bewegen sich sehr elegant und im Takt der Musik.
Was ich sehr interessant fand, waren die weiteren Disziplinen wie Heelwork to Music (das in höchster Präzision gezeigt wurde!), Canine Dressage (ähnlich einer Pferdedressur) und der Proficency Test (wobei sehr grossen Wert auf Genauigkeit gelegt wurde). Wer mehr über diese Disziplinen wissen möchte: www.wcfo.com
Rassentechnisch war es auch sehr interessant, gewonnen hat in der HTM Klasse ein Golden Retriever, im Freestyle ein Windhund (sah aus wie ein Holländischer Schäferhund) und bei den Junioren ein Holländischer Schäferhund Kurzhaar. Auch sonst waren sehr viele Schäferhunde, vorallem aber Holländische Schäferhunde vertreten.
Schade fand ich, dass am Ende der WM keine richtige Prämierung stattfand, es wurden nur die Besten unter den Junioren, dem HTM und dem Freestyle (davon aber nur die höchste Klasse) genannt. Soll heissen, ich weiss jetzt nicht einmal, wievielte ich geworden bin. Meine Klasse (Beginners) wurde zudem mit der Novice Klasse zusammengelegt, was mich doch sehr irritierte. Dies kam jedoch vom Holländischen Club aus, die Amerikaner machen das anders, hat mir die Präsidentin erklärt. Etwas schade fand ich es schon, es wurde dann alles sehr verwirrend und undeutlich.
Dennoch, es waren sehr intensive und schöne 4 Tage, ich habe sehr viele neue Dogdancer kennen gelernt (u.a. zwei mit einem Rottweiler ;-)) und wir hatten alle eine sehr gute Zeit. Fotos von unserem Tanz gibt es hier zu sehen, Videos hier:
Saybias Tanz in der Beginners Klasse
Papillon in der Advanced Klasse
Sheltie in der Junioren Klasse
Rottweiler in der HTM Klasse