Klassische Konditionierung

Der Clicker ist nichts anderes, als eine Art Knackfrosch. Es ist ein kleines Kästchen aus Kunststoff, in der sich eine Metallzunge befindet, die clickt, wenn man darauf drückt. Zuerst wird der Hund auf den Clicker konditioniert, das heisst, der Hund soll das Click-Geräusch mit dem Futter verknüpfen. Dies geschieht indem wir einmal clicken und dem Hund sogleich ein Leckerchen geben. Meist reichen 10-20 Wiederholungen, dann hat der Hund bereits begriffen, was „Click“ bedeutet.
Operante Konditionierung

Nun können wir zur operanten Konditionierung übergehen, bei der der Hund lernt, dass er den Clicker durch sein Verhalten beeinflussen kann. Der Clicker wird also zum Signal, das dem Hund sagt, welches Verhalten uns gefallen hat.
Als erste Übung eignet sich das Anschauen, eine grundlegende Übung fürs Dogdance und die Arbeit mit dem Hund allgemein. Das Ziel ist, dass der Hund uns anschaut. Wir halten dem Hund ein Leckerchen in der geschlossenen Faust vor die Nase und warten ab. Der Hund wird zuerst mit allen Mitteln versuchen, an das Leckerchen zu kommen, indem er mit der Nase in die Faust bohrt, die Pfote zur Hilfe nimmt oder die Faust anstarrt. Irgendwann wird er so verzweifelt sein, weil ihm sein Verhalten nicht den gewünschten Erfolg bringt, dass er uns hilfesuchend anschauen wird. Dies ist der Moment, in dem wir clicken und die Faust sofort öffnen. Der Hund verknüpft dabei: Wenn ich den Mensch anschaue, öffnet sich die Faust.
Natürlich braucht es einige Wiederholungen, bis der Hund genau weiss, welches Verhalten wir von ihm wollen, aber das Schöne ist, dass er durch seine Lernfähigkeit das Tempo selber bestimmt und sich schlussendlich die Lösung selbstständig erarbeitet. Wir bestärken ihn lediglich, wenn er auf dem richtigen Weg ist.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Ausbildungsmethode, bei der der Mensch agiert und auf den Hund zum Teil sogar mit Gewalt einwirkt und der Hund schlussendlich aus Angst vor der Strafe nur noch reagiert, agiert beim Clickertraining der Hund und der Mensch reagiert.
Shaping
Das operante Konditionieren wird im Clickertraining auch Shaping (engl. shaping = Formung) genannt. Der Hund lernt durch Ausprobieren ein neues Verhalten, man „formt“ ein neues Verhalten. Jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung wird mit einem Click markiert und belohnt. Durch Shaping werden Hunde erfinderisch und beginnen von sich aus verschiedene Verhaltensweisen anzubieten.
Wichtig beim Shaping ist, dass die Anforderungen nur sehr langsam gesteigert werden, ansonsten wird der Hund bald frustriert weglaufen und das gelernte Verhalten löschen, da es zu keinem Erfolg führte (Extinktion durch fehlende Rückkopplung).
Einfangen

Eine weitere Möglichkeit, dem Hund ein Verhalten zu lernen ist, es einzufangen. Wir bedienen uns dabei wieder dem Vorteil des Clickers. Das Vorgehen ist einfach: Jedes Mal, wenn der Hund ein gewünschtes Verhalten zeigt, clicken wir und belohnen den Hund. Anfangs wird er überrascht sein, warum er „einfach so“ belohnt wird, doch er wird bestimmt herausfinden, wie er uns einen Click entlocken kann und wird das Verhalten dann immer öfters anbieten.
So entstehen viele ausgefallene Tricks, wie die Verbeugung (Strecken nach dem Schlafen), das Buddeln (beim Spazieren), Wälzen/ Rolle (im Mist), Schütteln (im Regen), usw., die hervorragend in einer Dogdance-Kür eingesetzt werden können.
Targeting

Eine andere Variante, dem Hund ein Kunststück beizubringen, ist das Targettraining. Dabei wird der Hund mittels operanter Konditionierung darauf trainiert, die Spitze eines Zeigestabs, Targetstick genannt (target, engl. = Ziel), mit der Nase zu berühren. So kann man den Hund dann überall hin „ziehen“, weil er immer der Spitze des Targets folgen wird. Man kann den Hund ebenso darauf trainieren, eine bestimmte Fläche mit der Pfote zu berühren, oder die Handinnenfläche mit der Nase zu berühren. Man spricht dann vom Handtarget. Gerade im Dogdance ist es sehr praktisch, wenn der Hund dem Handtarget folgt, weil man den Hund damit notfalls während der Kür führen kann. Übrigens kann man mit dem Targettraining schon beim Welpen starten. Mehr dazu hier.
Auch im Training ist der Handtarget unentbehrlich, denn das Locken mit Futter in der Hand ist ungeeignet. Im ersten Moment scheint es wunderbar, wenn der Hund der Hand bedingungslos folgt und alle Figuren sehr schnell vollendet zeigt. Doch der Schein trügt gewaltig, denn der Hund lernt dabei fast gar nichts, ausser, dass er dem Würstchen hinterherlaufen soll. Der Duft der Wurst ist zu intensiv, als dass sich der Hund noch auf seine Bewegungen konzentrieren könnte. Zudem besteht der grosse Nachteil, dass man das Futter in der Hand früher oder später wieder abbauen muss, weil Futter im Ring verboten ist. Und nicht zuletzt sieht es auch nicht schön aus, wenn der Hund beim Tanzen ständig an der Hand „klebt“.
Jackpot

Um den Lernprozess zu beschleunigen und die Motivation des Hundes zu erhöhen, können wir den so genannten Jackpot (engl. = Hauptgewinn) einsetzen. Der Jackpot soll für den Hund das Grösste sein, die besten Leckerchen in grosser Menge, der davonfliegende Lieblingsball oder das heissgeliebte Zerrspiel mit dem HF. Dadurch wird seine Bereitschaft, sich viel Mühe zu geben, erhöht, weil er immer die Hoffnung hat, dadurch schneller an den Jackpot zu gelangen.
Der Jackpot wird immer dann eingesetzt, wenn der Hund einen ganz entscheidenden Schritt einer Übung begriffen hat oder eine Figur besonders schön gezeigt hat.