

Wer glaubt, er müsse seinem Welpen möglichst schnell alle gängigen Tricks beibringen, der liegt falsch. Beim Welpentraining geht es nicht darum, dass der Hund die fertigen Tricks lernt, sondern vielmehr dass er die Voraussetzungen dafür geschafft werden.
Gute Übungen sind z.B.:
Watch - Anschauen:
Der Welpe lernt, den Menschen anzuschauen. Mit dem Clicker prima einzufangen.

Diverse Targets: Je mehr Targets der Hund kennt, desto einfacher und desto mehr Tricks kann man ihm später beibringen. Es ist deshalb ratsam, den Hund bereits als Welpe an diverse Targets heranzuführen.

Möglichkeiten: Bodentarget, Targetstick, PET-Flasche umrunden, Pfotentarget, Kinntarget, Schultertarget, Handtarget .
Requisiten: Der Welpe kann auch schon früh mit Requisiten arbeiten. So habe ich Saybia z.B. Rollbrett-Fahren schon mit 10 Wochen gelernt, wobei es mir hauptsächlich darum ging, dass sie keine Angst vor wackligem und sich bewegendem Untergrund hat.

Auch habe ich ihr spielerisch beigebracht, eine Fahne zu tragen.

Auch vom ersten Tag an üben kann man das Pfötchen-Geben. Wenn der Hund beide Seiten kennt, fällt es ihm später viel leichter, das Pfoten-Überkreuzen, den spanischen Schritt, Give me 5, das Hinken oder das Winken zu lernen. In dieselbe Kategorie geht das Schämen. Auch das kann man schon früh mit dem Welpen üben.

Auch früh geübt bzw. eingefangen habe ich das Verbeugen. Jedes Mal wenn Saybia sich gestreckt hat am Morgen, habe ich geclickt. Dasselbe beim Buddeln, Wälzen und Schütteln. Dies sind geschenkte Figuren! Je mehr ich dem Hund zeige, dass ich solches Verhalten toll finde, desto mehr beginnt er zu experimentieren und erfinden und genau DAS wollen wir ja, einen experimentierfreudigen Hund, der ganz vieles anbietet.

Weiter kann man durchaus Vertrauensübungen trainieren wie z.B. unter den Beinen durchgehen. Dazu muss der Hund noch gar keine Acht laufen oder einen Slalom sondern es geht lediglich darum, dass er von vorne nach hinten und von hinten wieder nach vorne durch die Beine läuft ohne Angst. Gerade diese Übung bietet sich im Spiel besonders an, indem man das Spielzeug durch die Beine nach vorne oder hinten wirft und der Hund hinterher rennt.
Auch gut für die Balance und das Vertrauen sind Übungen wie auf dem Rücken stehen/sitzen. Dazu lässt man den Welpen aber natürlich nicht selbstständig auf den Rücken hoch- und runterkraxeln sondern eine Hilfsperson setzt den Welpen auf den Rücken, belohnt ihn (ideal ist es natürlich, wenn man gleich dort oben das Frühstück/Mittagessen oder Abendessen serviert :-)) und hebt ihn anschliessend behutsam wieder runter.
Absolut ungeeignet sind Übungen wie die Rolle, Rückwärtsgehen, Kriechen, Sprünge jeglicher Art, Männchen-Machen, auf den Hinterbeinen gehen, oder andere Übungen, welche den Körper und ungewohnte Muskelpartien stark beanspruchen.
So oder so: Wenn der Hund die Grundlagen beherrscht, wird er die ganzen Tricks später im Nu lernen.
Leitsatz für die Auswahl der Tricks: Ein guter Trainer ist nicht der, der seinen Welpen dazu bringt, möglichst viele und anspruchsvolle Tricks zu lernen, sondern jener, der die Voraussetzungen und Grundlagen dafür schafft.